4.2 Gesamteinschätzung der Risiken und Chancen
ImNachfolgenden erläuternwir zunächst allgemeine
Risikosachverhalte wie„Makroökonomische Risiken“
und„Marktbezogene Risiken“. Danach gehenwir aus
den insgesamt ermittelten Risiken auf die, aus Sicht
der Gesellschaft, besonders relevanten Risiken und
deren Steuerungsmaßnahmen ein. Insgesamt sieht
die Geschäftsführung für die Geschäftsjahre 2015
und 2016 keine bestandsgefährdenden Risiken für
dieWWS Herford.
Makroökonomische Risiken
Der Immobilienmarkt in Deutschland wird von der
allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung beein-
flusst und unterliegt damit sowohl binnen- wie auch
außenwirtschaftlichen Risikofaktoren. DieWWS Her-
ford kann sich davon nicht abkoppeln. Die Konjunk-
tur in Deutschland wird derzeit durch die robuste
Binnennachfrage gefördert. Für Deutschland und
den Euroraum bestehen jedoch außenwirtschaft-
liche Risiken insbesondere imnachlassendenWachs-
tum unter anderem der Schwellenländer, einem
Rückgang desWelthandels sowie anhaltenden geo-
politischen Spannungen. Zudem ist die wirtschaft-
liche Erholung im Euroraum aufgrund anhaltender
struktureller Probleme und hoher privater und öffent-
licher Verschuldungweiterhin störanfällig. Eine deut-
liche Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfel-
des könnte negative Auswirkungen auf den Arbeits-
markt sowie die Einkommenssituation der Privat-
haushalte haben und damit das Vermietungsge-
schäft beeinträchtigen. Darüber hinaus könntenVer-
werfungen an den Finanzmärkten sich mittelfristig
negativ auf die Finanzierungsbedingungen und
auch auf die Immobilienbewertung auswirken. Die
Chancen bestehen in einer deutlichen Dynamisie-
rung der globalen Konjunktur sowie in der Zuwan-
derung und der Aufnahme von Flüchtlingen und der
daraus verstärkten Nachfrage nach bezahlbarem
Wohnraum im deutschen Immobilienmarkt.
Marktbezogene Risiken
Das Immobilienportfolio derWWS Herford befindet
sich ausschließlich in der Hansestadt Herford. Inner-
halb von NRW können verschiedene Teilmärkte be-
obachtet werden, die hinsichtlich ihrer demogra-
fischen und wirtschaftlichen Eigenschaften unter-
schiedliche Ausprägungen vorweisen. Insbesondere
hohes Bevölkerungswachstum, das vornehmlich in
wirtschaftlich starken Ballungszentren wie z. B. Köln,
Düsseldorf, Bonn und Münster beobachtbar ist,
korreliert mit einer hohen Nachfrage nach Wohn-
raum und entsprechend steigenden Mieten sowie
Kaufpreisen. Dementsprechend ist in Regionen mit
geringerem Bevölkerungswachstum und entspre-
chend geringerer Nachfrage nach Wohnraum ein
stärkerer Wettbewerb zwischen Anbietern von
Wohnraum zu beobachten. In solchen Mietermärk-
ten, zu denen der Herforder Wohnungsmarkt zählt,
ist die Mieten- und Preisentwicklung in Relation ge-
ringer als in den Wachstumsmärkten. Im Rahmen
der Marktbeobachtung bildet sich dieWWS Herford
auf Basis von internen und externen Datenquellen
ein umfassendes Bild über die einzelnen Teilmärkte.
Dabei werden historische Daten ebenso herangezo-
gen wie Zukunftsprognosen. Wesentliche Quellen
sind Veröffentlichungen der statistischen Ämter
und anderer Behörden,Marktstudien unabhängiger
Dritter und Analysen der eigenen Datenbestände.
Insgesamt setzte sich auch im Jahr 2015 der Trend
der Vorjahre fort und führte imWohnungsmarkt der
Hansestadt Herford zu steigenden Mieten bei zu-
nehmender Nachfrage. Aufgrund der im Jahr 2015
stark angestiegenen Flüchtlingszahlen weisen Prog-
nosen, die auf fortgeschriebenen Daten der Vorjahre
basieren, zurzeit eine erhöhte Unsicherheit auf.
Grundsätzlich werden durch die Migration positive
Impulse erwartet.
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Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015




