Weiterhin guteWohnungsbaukonjunktur
Trotz der niedrigen Zinsen haben sich die Bauinves-
titionen 2015 eher schwach entwickelt (+0,2 Pro-
zent). Während die Investitionen in Nichtwohnge-
bäude um 1,9 Prozent sanken, entwickelte sich der
Wohnungsbau gegen den Gesamttrend der Bauin-
vestitionen und legte um 1,5 Prozent zu. Rund 178,8
Milliarden Euro flossen 2015 in den Neubau und die
Modernisierung der Wohnungsbestände.
Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen für
denWohnungsbau gestalten sich weiterhin positiv.
Die Zinsen für Baugeld befinden sich auf einem
äußerst niedrigen Niveau, gleichzeitig sind die Ren-
diten für Anlagealternativen gering. Die Arbeits-
markt- und Einkommensaussichten sind positiv.
Die hohe Nettozuwanderung steigert die Nachfrage
nachWohnraum zusätzlich deutlich. Alle vorlaufen-
den Indikatoren im Wohnungsbau deuten darauf
hin, dass der Aufwärtstrend 2016 deutlich kräftiger
fortgesetzt wird. Im Sommer 2015 hatten die Bau-
genehmigungen vorübergehend nur mäßig zuge-
nommen, vor allem verursacht durch massive
Rückgänge beim Bau neuer Eigentumswohnungen.
Seit September 2015 zeigt sich bei den Genehmi-
gungen wieder eine beschleunigte Ausweitung. Ins-
gesamt dürften die Wohnungsbauinvestitionen
2016 – den Instituten zufolge – um 2,5 Prozent bis
3,0 Prozent zulegen.
Schätzungsweise dürfte die Nettozuwanderung in
Deutschland 2015 zwischen 850.000 und einer Mil-
lion betragen haben. Im Vorjahr lag sie bei 550.000
Personen. In der jüngeren Geschichte seit den 50er-
Jahren des letzten Jahrhunderts ist eine Zuwande-
rung in dieser Größenordnung innerhalb eines
Jahres bisher ohne Vergleich.
Konsum wichtigster Wachstumsmotor
Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandspro-
dukts war der inländische Konsum 2015 nahezu
alleiniger Wachstumsmotor. Die privaten Konsum-
ausgaben waren preisbereinigt um 1,9 Prozent, die
Konsumausgaben des Staates sogar um 2,8 Prozent
höher als im Jahr zuvor. Für die Konsumausgaben ins-
gesamt bedeutete dies einen Anstieg von 2,1 Prozent.
Der private Verbrauch dürfte auch 2016 weiter deut-
lich zulegen. Begünstigt wird diese Entwicklung
durch die steigenden Haushaltseinkommen, relativ
niedrige Energiepreise und eine zusätzliche Konsum-
nachfrage im Zusammenhang mit der Flüchtlings-
migration. Unter dem Strich rechnen die führenden
Wirtschaftsforschungsinstitute für 2016 mit einem
Wachstum des privaten Konsums um 2 Prozent.
Zusätzliche Impulse dürften 2016 aus dem Staats-
konsum resultieren. Hier spielen vor allem die zu-
sätzlichen Aufwendungen für Flüchtlinge eine Rolle.
Werden diese Ausgaben zusätzlich ohne Einsparung
an anderer Stelle geleistet, dürften sie der Konjunk-
tur einen weiteren Schub verleihen. Insgesamt rech-
nen die Institute erneut mit einem Anstieg des
Staatskonsums um rund 2,5 Prozent.
Für den Außenhandel erwarten die Institute auf-
grund der schwachen Gesamtwirtschaftssituation
in einigen Schwellenländern und einigen Staaten
der EU noch eine verhaltene Entwicklung. Auch 2016
dürften die Importe stärker zunehmen als die
Exporte, so dass vomAußenhandel im Saldo kein Im-
puls für dasWirtschaftswachstum erwartet wird
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Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015




