gesamt

imEuroraumaufgrund anhaltender struktureller Pro- bleme und hoher privater und öffentlicher Verschul- dung weiterhin störanfällig. Eine deutliche Ver- schlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes könnte negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie die Einkommenssituation der Privathaushalte haben und damit dasVermietungsgeschäft beeinträchtigen. Darüber hinaus könnten Verwerfungen an den Fi- nanzmärkten sichmittelfristig negativ auf die Finan- zierungsbedingungen und auch auf die Immobilien- bewertung auswirken. Die Chancen bestehen in einer deutlichen Dynamisierung der globalen Konjunktur sowie in der Zuwanderung und der Aufnahme von Flüchtlingen und der daraus verstärkten Nachfrage nachWohnraum im deutschen Immobilienmarkt. 3.2.2 Marktbezogene Risiken Das Immobilienportfolio derWWS Herford befindet sich ausschließlich in der Hansestadt Herford. Inner- halb von NRW können verschiedene Teilmärkte be- obachtet werden, die hinsichtlich ihrer demografi- schen und wirtschaftlichen Eigenschaften unter- schiedliche Ausprägungen vorweisen. Insbesondere hohes Bevölkerungswachstum, das vornehmlich in wirtschaftlich starken Ballungszentren wie z. B. Köln, Düsseldorf, Bonn und Münster beobachtbar ist, kor- reliert mit einer hohen Nachfrage nachWohnraum und entsprechend steigenden Mieten sowie Kauf- preisen. Dementsprechend ist in Regionen mit ge- ringeremBevölkerungswachstumund entsprechend geringerer Nachfrage nachWohnraum ein stärkerer Wettbewerb zwischen Anbietern vonWohnraum zu beobachten. In solchenMietermärkten, zu denen der HerforderWohnungsmarkt zählt, ist die Mieten- und Preisentwicklung in Relation geringer als in den Wachstumsmärkten. Im Rahmen der Marktbeob- achtung bildet sich die WWS Herford auf Basis von internen und externen Datenquellen ein umfassen- des Bild über die einzelnenTeilmärkte. Dabei werden historische Daten ebenso herangezogen wie Zu- kunftsprognosen. Wesentliche Quellen sind Veröf- fentlichungen der statistischen Ämter,der NRW.BANK und anderer Behörden,Marktstudien unabhängiger Dritter und Analysen der eigenen Datenbestände. Insgesamt setzte sich auch im Jahr 2018 der Trend der Vorjahre fort und führte im Wohnungsmarkt der Hansestadt Herford zu leicht steigendenMieten bei zunehmender Nachfrage. Aufgrund der im Jahr 2016 stark angestiegenen Anzahl der nach Wohn- raum suchenden Flüchtlinge weisen Prognosen, die- auf fortgeschriebenen Daten der Vorjahre basieren, zurzeit noch eine erhöhte Unsicherheit auf. Grund- sätzlich werden durch dieMigration positive Impulse erwartet. 3.3 Risikokategorisierung Die WWS Herford ordnet die identifizierten Risiken in der Risikoberichterstattung nach im Folgenden dargestellten Risikozonen und Risikofeldern sowie den damit verbundenen Auswirkungen und Ein- trittswahrscheinlichkeiten (nach Gegenmaßnah- men) ein. Als besonders wesentlich sind Risiken zu betrachten, die durch ihre Bewertung in den „roten“ Bewertungsbereich eingruppiert werden. Als nicht wesentlich sind Risiken zu betrachten, die durch ihre Bewertung in den„grünen“ Bewertungsbereich ein- gruppiert werden. 3.3.1 Risikozone Compliance-Risiken Nach demWWS Herford-Bewertungsschema han- delt es sich hier um nicht wesentliche Risiken. Dolose Handlungen können immer dort entstehen, wo Geschäfts-, Vertrags- oder auch persönliche Be- ziehungen zwischenMitarbeitern derWWS Herford und externen Personen bestehen. ImBereich der Ver- mietung kann es zu regelwidrigen Mietervergünsti- gungen kommen. Diesen wird durch organisato- rische Maßnahmen entgegengewirkt. Zu nennen sind hier u. a. die Anwendung standardisierter Miet- verträge und die Festlegung von Zielmieten. Bei der Leistungserbringung durch Dritte kann es zu nicht marktkonformen Beauftragungen bzw. Abrechnun- gen von Leistungen kommen. Betroffen sein kann jede Form von Dienstleistung und Beratung. Als Beispiele können die Leistungserbringungen in der Instandhaltung, die Geschäftsbesorgung und die Finanzierung genannt werden. Zur Vermeidung doloser Handlungen existiert ein Verhaltenskodex, der für alle WWS Herford-Mitarbeiter und -Organe Gültigkeit besitzt. Dieser Verhaltenskodex ist die 35 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 In einer einheitlichen Systematik eines Risikokata- loges – getrennt nach Risikozonen und Risikofel- dern – werden die Risiken ermittelt und bewertet. Der Risikokatalog umfasst sowohl strategische als auch operative Risiken. Zwecks Konkretisierung und Priorisierung werden in der WWS Herford die Risi- ken hinsichtlich Schadensausmaß und Eintritts- wahrscheinlichkeit bewertet bzw. eingeschätzt. Als Bezugsgröße für die Bewertung bzw. Einschätzung des Schadensausmaßes eines Risikos dient fast aus- schließlich unter Berücksichtigung des vorliegen- den Geschäftsmodells die Liquiditätsauswirkung. In den Fällen, in denen ein Risiko keine direkte Liquidi- tätsauswirkung hat, wird auf den Ergebniseffekt abgestellt. Die Bewertung bzw. Einschätzung be- zieht sich in diesen Fällen auf Abweichungen vom geplanten Ergebnis des vom Aufsichtsrat verab- schiedeten Wirtschaftsplans. In der WWS Herford wird zur Bewertung der Risiken eine Bewertungs- matrix herangezogen, die in einem Ampelsystem (rot, gelb, grün) die einzelnen Risikomeldungen mit ihren gewichteten Erwartungswerten (Auswirkung gewichtet mit der Eintrittswahrscheinlichkeit) ein- gruppiert. 3.2 Gesamteinschätzung der Risiken und Chancen Im Nachfolgenden erläutern wir zunächst allge- meine Risikosachverhalte wie „Makroökonomische Risiken“ und„Marktbezogene Risiken“. Danach gehen wir aus den insgesamt ermittelten Risiken auf die, aus Sicht der Gesellschaft, besonders relevanten Risiken und deren Steuerungsmaßnahmen ein. Ins- gesamt sieht die Geschäftsführung für die Geschäfts- jahre 2018, 2019 und 2020 keine bestandsgefähr- denden Risiken für dieWWS Herford. 3.2.1 Makroökonomische Risiken Der Immobilienmarkt in Deutschland wird von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung beein- flusst und unterliegt damit sowohl binnen- wie auch außenwirtschaftlichen Risikofaktoren. DieWWS Her- ford kann sich davon nicht abkoppeln. Die Konjunktur in Deutschland wird derzeit durch die robuste Bin- nennachfrage gefördert. Für Deutschland und den Euroraum bestehen jedoch außenwirtschaftliche Risiken insbesondere im nachlassenden Wachstum unter anderemder Schwellenländer, einemRückgang des Welthandels sowie anhaltenden geopolitischen Spannungen. Zudem ist die wirtschaftliche Erholung 34 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 3. Chancen- und Risikobericht 3.1 Risikomanagement Die Konzernholding HVV Herforder Versorgungs- und Verkehrs-Beteiligungs-GmbH (HVV) verfügt über ein konzernweites Risikomanagementsystem (RMS). Wichtiger Bestandteil des RMS ist das kon- zernweite Risikofrüherkennungssystem. Das System wird durch das IT-Tool „RISK Manager“ unterstützt. Die Koordination und Überwachung des Gesamt- systems, die Organisation der Ablaufprozesse sowie die Instrumentenverantwortung für das einge- setzte IT-Tool obliegen dem Bereich „Risikomanage- ment“ der HVV. Diese implementierte Organisa- tionsstruktur ermöglicht ein einheitliches, nachvoll- ziehbares, systematisches und permanentes Vorge- hen. Damit sind die Voraussetzungen zur Identifi- kation, Analyse, Bewertung, Steuerung, Dokumen- tation, Kommunikation und Historisierung von Risiken geschaffen. Dieses System erfüllt die recht- lichen Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse der jährlich durch die Geschäfts- leitung der WWS Herford durchgeführten Risikoin- venturen werden an die Aufsichtsgremien berich- tet. Ergänzend werden zwischen der Geschäfts- führung und dem Risikomanagement die Bewer- tung und Steuerung der erkannten Risiken disku- tiert und, sofern notwendig, Änderungen beschlos- sen und umgesetzt. Neben den quartalsweisen Risikoberichten an den Aufsichtsrat der WWS Her- ford besteht anlassbezogen für gravierende Risiken eine sofortige Benachrichtigungspflicht. Die Basis aller Berichterstattungen sind die Risikoinventuren, deren einheitliches, nachvollziehbares, systemati- sches und permanentes Vorgehen auf folgenden Bewertungsinhalten und -schemata für Risiken fußt.

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