WWS Geschäftsbericht 2017
Die großen Zentralbanken haben den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik eingeleitet. Die US-No- tenbank hat bereits die Leitzinsen behutsam erhöht. Und auch die EZB hat angekündigt, das Anleihen- kaufprogramm zu beenden und eine geldpolitische Normalisierung herbeizuführen. Dies zeigt sich be- reits im leichten Anstieg der Zinsen für Wohnungs- baukredite. Das Genehmigungsvolumen dürfte deshalb 2018 deutlich schwächer als in den Boomjahren umknapp 1,1 Prozent auf 353.000Wohneinheiten steigen. Darstellung des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses der WWS Herford Die langfristige Unternehmensstrategie der WWS Herford Agenda HerfordWohnen wurde im Septem- ber 2008 durch den Rat der Hansestadt Herford beschlossen. Im Rahmen dieser Agenda wird das Wohnungsangebot durch gezielte Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen deutlich aufgewertet. Im Zusammenspiel mitWerbemaßnahmen wird die Stellung als lokaler Marktführer kontinuierlich aus- gebaut, so dass die Ertragskraft der WWS Herford durch gesunkene Leerstände und ein höheres Miet- niveau deutlich gesteigert wird. Die Umsatzerlöse haben sich im Geschäftsjahr 2017 imVergleich zumVorjahr um 503 T € auf 19.652 T € (im Vorjahr 19.149T € ) erhöht. Von den Umsatzerlösen entfielen 18.559T € (imVorjahr 18.222 T € ) auf die Haus- bewirtschaftung, 926 T € (im Vorjahr 757 T € ) auf die Betreuungstätigkeit und 167 T € (Vorjahr 170 T € ) auf andere Lieferungen und Leistungen.Von den Erlösen aus Betreuungstätigkeit entfielen im Jahr 2017 auf die FM-/Verwaltungstätigkeit für Dritte 235 T € (Vorjahr 234 T € ) und auf den Bereich Wohnraum- beschaffung für Flüchtlinge 691 T € (Vorjahr 523 T € ). 28 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 Weiterhin ging im Jahr 2017 die Bautätigkeit durch Neubaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden sowie die Genehmigung vonWohnheimen deutlich zurück. Letztere waren im Zuge der Flüchtlingszu- wanderung in den Jahren 2015 und 2016 stark ge- stiegen. Im Jahr 2017 wurden allein 5.000 weniger Wohnheimeinheiten als 2016 genehmigt. Der Mietwohnungsneubau wuchs 2017 gegen den Trend (+4,2 Prozent) und entwickelte sich damit wie in den Vorjahren deutlich positiv. Mit rund 94.000 neu genehmigten Wohneinheiten lag die Zahl der Genehmigungen bei Mietwohnungen nochmals fast 4.000 Einheiten höher als im Vorjahr. Die Genehmigungen für Eigentumswohnungen sind dagegen deutlich zurückgegangen (-4,2 Prozent). Insgesamt wurden im Geschosswohnungsbau 173.000 Wohnungen auf den Weg gebracht – etwa das Ergebnis des Vorjahres. Die Genehmigungen bei Ein- und Zweifamilienhäu- sern sind 2017 leicht um 3,7 Prozent auf 114.000 Ein- heiten gesunken. Damit liegt das Genehmigungs- volumen imGeschosswohnungsbau nun bereits seit sechs Jahren über dem im Ein- und Zweifamilien- hausbau – und das mit steigender Tendenz. Insgesamt kann bei einem Genehmigungsvolumen von rund 349.000 Einheiten im Jahr 2017 davon aus- gegangen werden, dass etwa 197.000 dieser Woh- nungen zur Vermietung zur Verfügung stehen werden. Dabei wird berücksichtigt, dass auch von den neu genehmigten Ein- und Zweifamilienhäu- sern sowie von den Eigentumswohnungen ein Teil vermietet wird, die inWohnheimen erstelltenWoh- nungen vollständig sowie ein Großteil der durch Maßnahmen im Bestand erstelltenWohneinheiten den Mietwohnungen zuzurechnen sind. Auch 2018 wird das Genehmigungsvolumen ange- sichts der weiter günstigen Nachfrageindikatoren weiter zulegen. Denn nach wie vor ist die Nachfrage nach Wohnraum in den Städten groß, wenngleich viele Haushalte neuerdings wieder in das nahe Um- land abwandern. Allerdings dürfte der Aufwuchs bei den Baugenehmigungen stark an Dynamik verlieren und der Boom der vergangenen Jahre damit ein Ende finden. Denn allmählich fallenwichtige Impulse für denWohnungsneubauboom schwächer aus.
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