WWS Geschäftsbericht 2017
26 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 Die Bauinvestitionen stiegen 2017 um 2,6 Prozent. Rund 322 Milliarden EUR wurden in den Neubau sowie die Modernisierung und Instandhaltung von Gebäuden investiert. Hier bewies sich erneut der Wohnungsbau als treibende Kraft. Er legtemit 3,1 Pro- zent fast ebenso stark zu wie die Ausrüstungsinves- titionen. Mit einem Anteil von 61,1 Prozent hält der Wohnungsbau zudem den Löwenanteil an den Bau- investitionen. Der öffentliche und gewerbliche Bau entwickelte sich 2017 mit einer Rate von 1,8 Prozent deutlich weniger dynamisch als der Wohnungsbau, wuchs aber stärker als imVorjahr. Die deutschen Ausfuhren konnten im Jahresdurch- schnitt 2017 weiter zulegen: Die preisbereinigten Exporte vonWaren und Dienstleistungen waren um 4,7 Prozent höher als imVorjahr. Die Importe legten im gleichen Zeitraum zwar noch etwas stärker zu, blieben aber in absoluten Zahlen unter dem Wert der Exporte. Der resultierende Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten (1.543 Milliarden EUR) und Importen (1.294 Milliarden EUR), trug rein rech- nerisch 0,2 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei. Im Zuge des derzeit kräftigen weltweiten Auf- schwungs dürfte sich die Wertschöpfung in der In- dustrie nach Urteil der Institute auch 2018 sehr positiv entwickeln. Der private Verbrauch wird durch den leichten Preisauftrieb etwas gedämpft, ist aber abgeschwächt weiterhin nach oben gerichtet. Bei den Ausrüstungsinvestitionen werden die Unter- nehmen ihre bisherige Zurückhaltung 2018 ablegen, während die Bauinvestitionen eher verhalten wach- sen. Dies liegt aber vor allem am öffentlichen Bau. Für dieWohnungsbauinvestitionen schätzen die In- stitute in 2018 eine erneute Zunahme um 3 Prozent. Gute Aussichten werden auch der Exportwirtschaft bescheinigt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat im Jahr 2017 über die Anträge von 603.428 Personen entschieden (2016: 695.733 Entscheidungen). Damit konnte die Anzahl der anhängigen Asylverfahren im Jahr 2017 mit 68.245 wieder auf den niedrigen Stand von etwa Mitte 2013 zurückgeführt werden. Ende Dezember 2016 hatte die Zahl der anhängigen Asyl- verfahren noch bei 433.719 gelegen. Die Herkunfts- länder der Flüchtlingsmigration konzentrieren sich auf Länder, die von Kriegen, Bürgerkriegen oder star- ker politischer Verfolgung betroffen sind. Mit Schlie- ßung der Balkanroute wurde die Ursache der Flücht- lingsbewegung allerdings nicht gelöst, sondern die Last lediglich in andere europäische Staaten verlagert. Die Nettozuwanderung in Deutschland insgesamt dürfte auch 2018 und 2019 auf einem hohen Niveau liegen und Werte zwischen 350.000 und 400.000 Personen erreichen. Wachstumsimpulse kamen 2017 vom Konsum und den Investitionen, vor allem demWohnungsbau PositiveWachstumsimpulse kamen 2017 primär aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 2 Prozent höher als ein Jahr zu- vor, die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit +1,4 Prozent unterdurchschnittlich. Da der staatliche und private Konsum den größten Anteil an der Ver- wendung des Bruttoinlandsproduktes ausmacht (72 Prozent), konnte sich der Konsum mit einem Wachstumsbeitrag von 1,4 Prozentpunkten erneut als treibende Kraft des BIP beweisen. Die Bruttoinvestitionen insgesamt, zu denen neben den Bruttoanlageinvestitionen noch die Vorrats- veränderungen zählen, waren preisbereinigt um 3,6 Prozent höher als 2016. Insbesondere die Brutto- anlageinvestitionen legten 2017 im Vorjahresver- gleich überdurchschnittlich zu (+3 Prozent). Zu den Bruttoanlageinvestitionen gehören zum einen Aus- rüstungen für den Produktionsprozess und zum an- deren die Bauinvestitionen. In Ausrüstungen – das sind vor allem Maschinen und Geräte sowie Fahr- zeuge – wurde 2017 preisbereinigt 3,5 Prozent mehr investiert als im Vorjahr. Die sonstigen Anlagen, zu denen unter anderem die Ausgaben für For- schung und Entwicklung gehören, lagen ebenfalls um 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.
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