WWS Geschäftsbericht 2017

Eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die Zuwan- derung von Arbeitskräften aus demAusland glichen altersbedingte demografische Effekte aus. Isoliert betrachtet hätte die Alterung der Bevölke- rung das Arbeitskräfteangebot im Jahr 2017 um 300.000 Personen schrumpfen lassen 3 . Für das Jahr 2018 ist nach Berechnungen des Institutes für Ar- beitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ein Demografieeffekt von -320.000 Erwerbsperso- nen zu erwarten. Damit das Erwerbspersonenpotenzial auch in Zu- kunft nicht schrumpft, müsste die Nettozuwande- rung nach Modellrechnungen des IAB 4 im Zeitraum 2015 bis 2025 einen Zugewinn von rund 450.000 er- werbsfähigen Personen pro Jahr, zwischen 2026 bis 2035 etwa 600.000 zugewanderte Erwerbsfähige pro Jahr und zwischen 2036 bis 2050 rund 550.000 zugewanderte Erwerbsfähige pro Jahr netto betragen. Das kontinuierliche Wirtschaftswachstum und der anhaltend günstige Trend der Arbeitsmarktentwick- lung haben Deutschland in den Jahren seit 2010 zu einem Hauptwanderungsziel der EU-Binnenmigra- tion werden lassen. Die tatsächliche Nettozuwan- derung im Jahr 2016 (Ausländer und Deutsche) wird vom Statistischen Bundesamt auf 498.000 Perso- nen beziffert. Sie liegt damit leicht unter der Netto- zuwanderung des Jahres 2014. Gegenüber dem Jahr 2015, das durch eine einmalig sehr hohe Flüchtlingszuwanderung geprägt war, hatte sich die Nettozuwanderung 2016mehr als hal- biert. Nach ersten groben Berechnungen für 2017 geht das Statistische Bundesamt von einem weite- ren leichten Absinken des Zuwanderungssaldos auf nur noch 450.000 Personen aus. Immer weniger schutzsuchenden Flüchtlingen gelingt es, Deutsch- land zu erreichen. Im Jahr 2017 wurden 186.644 Flüchtlinge in Deutschland registriert und damit deutlich weniger als in den Vorjahren. 2016 waren noch ca. 280.000 und im Jahr 2015 noch ca. 890.000 schutzsuchende Menschen nach Deutschland ge- kommen. Grundstücks- undWohnungswirtschaft steigert ihre Wertschöpfung um 1,4 Prozent DieWirtschaftsleistung ist 2017 in nahezu allenWirt- schaftsbereichen in Deutschland gestiegen. Nur die Land- und Forstwirtschaft verzeichnete einen Rück- gang der Wertschöpfung. Die Finanz- und Versiche- rungsdienstleister erzielten lediglich das Vorjahres- ergebnis. Überdurchschnittlich entwickelten sich die Dienstleistungsbereiche Information und Kommuni- kation mit +3,9 Prozent sowie Handel, Verkehr, Gast- gewerbe mit +2,9 Prozent. Ebenfalls kräftig legte das Produzierende Gewerbemit +2,5 Prozent zu, das ohne das Baugewerbe gut ein Viertel der gesamten Brut- towertschöpfung erwirtschaftet. Wesentlich getra- gen wurde dieser Anstieg vom exportorientierten Verarbeitenden Gewerbe, in dem die preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 2,7 Prozent höher war als ein Jahr zuvor. Das Baugewerbe legte im Vergleich zumVorjahr um 2,2 Prozent zu. Deutliche Zunahmen gab es daneben auch bei den Unternehmensdienst- leistern mit einerWachstumsrate von 2,5 Prozent. Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, die 10,8 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung er- zeugte, wuchs um 1,4 Prozent und konnte damit ihre Wertsteigerung deutlich erhöhen. 2016war sie ledig- lich um0,8 Prozent gewachsen. In jeweiligen Preisen erzielte die Grundstücks- und Immobilienwirtschaft damit eine Bruttowertschöpfung von 318 Milliarden EUR. Die leicht unterdurchschnittliche Wachstums- rate unterstreicht die tendenziell geringere Konjunk- turabhängigkeit der Immobiliendienstleister. So hatte die Grundstücks- undWohnungswirtschaft beispiels- weise imKrisenjahr 2009 als einer der wenigenWirt- schaftsbereiche ein positivesWachstumaufzuweisen. Erwerbstätigkeit steigt im zwölften Jahr in Folge an – Zuwanderung sinkt weiter Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2017 von knapp 44,3 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das ist der höchste Stand seit der deutschenWiedervereinigung. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2017 rund 638.000 Personen oder 1,5 Prozent mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Das entspricht der höchsten Zunahme seit 2007. Dieser Anstieg resultiert zudem ausschließlich aus einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. 25 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 3) IAB (2017): Arbeitsvolumen so hoch wie nie, IAB-Kurzbericht 21/2017. Nürnberg. 4) IAB (2015): Zuwanderungsbedarf aus Drittstaaten in Deutschland bis 2050. Bertelsmann-Stiftung. Gütersloh.

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