WWS Geschäftsbericht 2017

1. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland 2017/2018 Deutsche Wirtschaft wächst auch 2017 kräftig Die konjunkturelle Lage in Deutschland stellt sich weiterhin sehr gut dar. Seit nunmehr acht Jahren wächst das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kontinuier- lich. Im Jahr 2017 legte das preisbereinigte Brutto- inlandsprodukt nach ersten Berechnungen des Sta- tistischen Bundesamtes 1 um 2,2 Prozent zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit sechs Jahren. Eine länger- fristige Betrachtung zeigt zudem, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 fast einen Pro- zentpunkt über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von +1,3 Prozent lag. Die deutsche Wirt- schaft befindet sich in einer soliden Aufschwung- phase. Angetrieben durch eine lebhafte Nachfrage aus dem Ausland wächst die Industrie dynamisch, und die kräftige Belebung der gewerblichen Investi- tionen setzt sich fort. Der private Konsum und die Wohnungsbauinvestitionen profitieren von der her- vorragenden Lage am Arbeitsmarkt. Das weltwirtschaftliche Umfeld ist von einem kräf- tigen Aufschwung geprägt, sowohl in den ent- wickeltenVolkswirtschaften als auch in den Schwel- lenländern. 2017 expandierte die Weltwirtschaft nach vorläufigen Zahlen um4,2 Prozent. Dieses kräf- tige Expansionstempo wird auch für das laufende und das kommende Jahr 2019 erwartet. EineVielzahl von weltwirtschaftlichen Risiken haben im Verlauf des Jahres 2017 glücklicherweise an Bedeutung ver- loren. So blieb der befürchteteWachstumseinbruch in China ebenso aus wie die angekündigte Um- setzung tiefgreifender wirtschaftspolitischer Maß- nahmen in den USA. Der Brexit führte bisher nur zu einer deutlichen Verlangsamung der konjunkturel- len Dynamik in Großbritannien, griff aber nicht auf die wichtigen europäischen Handelspartner über. Dennoch stellt die Möglichkeit eines harten Brexit eine reale Bedrohung der konjunkturellen Dynamik in Europa dar. Die hohe Verschuldung des Unter- nehmenssektors in China scheint zudem die Finanz- stabilität des Landes vor erhebliche Probleme zu stellen. Im Euroraumhat sich der Aufschwung 2017 flächen- deckend durchgesetzt. Alle Länder der Gemein- schaftswährung zeigten ein deutlich positivesWirt- schaftswachstum, auch Griechenland,wo das Brutto- inlandsprodukt 2016 noch um0,2 Prozent gesunken war. Mit 2,4 Prozent war die wirtschaftliche Ent- wicklung im Euroraum insgesamt sogar etwas stär- ker aufwärtsgerichtet als in Deutschland. Trotz des beginnenden Wachstums blieb die Arbeitslosigkeit in einigen Euroländern (insbesondere in Spanien, Italien und Frankreich) noch hoch und dämpfte die konjunkturelle Erholung. Gegenüber 2017 wird sich die konjunkturelle Dyna- mik in Deutschland nach Meinung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute inDeutschland 2 zwar etwas abschwächen, das Wachstum dürfte aber erneut bei einer Rate von 2,2 Prozent liegen. Allein der statistische Überhang aus der überaus dyna- mischen Entwicklung der zweiten Jahreshälfte 2017 liegt bei 1 Prozent. Sollte die deutsche Wirtschaft in den vier Quartalen 2018 also überraschenderweise nicht mehr wachsen, läge die Jahresdurchschnitts- rate des BIP-Zuwachses dennoch bei 1 Prozent. Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 24 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 1) Statistisches Bundesamt (2018): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Erste Jahresergebnisse. Fachserie 18/ Reihe 1.1., Wiesbaden 2) Unter „führende Wirtschaftsforschungs- institute“ oder „Institute“ versteht dieser Bericht einen Mittelwert der Prognosen von: DIW (Deutsches Institut für Wirtschafts- forschung, Berlin) HWWI (Hamburgisches Welt-Wirschafts- Institut) ifo (ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, München) IfW (Institut für Weltwirtschaft, Kiel) IMK (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Düsseldorf) IWH (Institut für Wirtschaftsforschung, Halle) RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Essen)

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