WWS Geschäftsbericht 2020
genehmigt ist, deren Fertigstellung aber noch auf sich warten lässt. Zwischen 2008 und 2019 hat sich der Bauüberhang bundesweit von rund 320.000 auf 740.000 genehmigte und noch nicht fertiggestellte Wohnungen mehr als verdoppelt. Bis Ende 2020 dürften 770.000Wohnungen auf ihre Fertigstellung warten. Neben verlängerten Planungsverfahren und zunehmenden lokalen Protesten gegen neue Bau- vorhaben fehlen auch die Kapazitäten, genehmigte Vorhaben zeitnah umzusetzen. Baufertigstellungen steigen 2021 voraussichtlich auf 308.000 Wohneinheiten Die hohe Zahl an Baugenehmigungen sowie der wachsende Bauüberhang bewirken, dass die Zahl der Baufertigstellungen auch in den nächsten Jah- ren aufwärtsgerichtet sein wird. Im Jahr 2020 wer- den erstmals seit langemwieder über 300.000Woh- nungen fertig gestellt worden sein. Damit ist die Zahl der neu errichteten Wohnungen im Vergleich zumVorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr 2021 ist mit einem erneuten Zuwachs um etwa 2,1 Prozent auf rund 308.000 Wohnungen zu rech- nen. Dieser Anstieg wird weiterhin schwerpunkt- mäßig von einer Ausweitung des Mietwohnungs- baus getragen werden. Sowohl 2020 als 2021 dürf- ten im Geschosswohnungsbau mehr Mietwohnun- gen als Eigentumswohnungen fertiggestellt wer- den. Eine Entwicklung, die sich bei den Baugeneh- migungen bereits seit 2016 abzeichnet. Darstellung des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses der WWS Herford Die langfristige Unternehmensstrategie der WWS Herford Agenda HerfordWohnen wurde im Septem- ber 2008 durch den Rat der Hansestadt Herford beschlossen. Im Rahmen dieser Agenda wird das Wohnungsangebot durch gezielte Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen deutlich aufgewertet. Im Zusammenspiel mitWerbemaßnahmen wird die Stellung auf dem lokalen Markt kontinuierlich aus- gebaut, so dass die Ertragskraft der WWS Herford durch sinkende Leerstände und ein höheres Miet- niveau nachhaltig gesteigert wird. 26 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 Im längeren Zeitvergleich liegt die Zahl neu geneh- migter Wohnungen damit auf einemhohen Niveau. Mehr genehmigte Wohnungen als im Jahr 2020 gab es seit der Jahrtausendwende nur im Jahr 2016 mit über 375.000 bewilligten Wohnungen. Seit einem Tiefstand im Jahr 2009 haben sich die jähr- lichen Baugenehmigungen von etwa 178.000 auf fast 374.000 im Jahr 2020 mehr als verdoppelt. Mehr Wohnungen wurden 2020 sowohl beim Neu- bau von Ein- und Zweifamilienhäusern (+5,2 Prozent) als auch im Geschosswohnungsbau (+3,5 Prozent) auf denWeg gebracht. BeimGeschosswohnungsbau zeigte sich eine gespaltene Dynamik. Während die Zahl neuer Mietwohnungen deutlich zulegte (+10,8 Prozent), brach die Zahl genehmigter Eigentums- wohnungen spürbar ein (-5,6 Prozent). Bereits 2019 hatte sich dieser gegenläufige Trend angedeutet, der sich 2020 nun verstärkt fortgesetzt hat. Insgesamt werden 2020 voraussichtlich rund 80.000 Eigen- tumswohnungen und 115.000 Mietwohnungen im Geschosswohnungsbau auf denWeg gebracht wor- den sein. Insgesamt kann bei einem Genehmigungsvolumen von rund 374.000 Wohnungen im Jahr 2020 davon ausgegangen werden, dass etwa 196.000 dieser neu genehmigtenWohnungen aller Voraussicht vermie- tet werden. Dies sind 52 Prozent der Baugenehmi- gungen des Jahres 2020. Dabei wird berücksichtigt, dass auch von den neu genehmigten Ein- und Zwei- familienhäusern sowie von den Eigentumswohnun- gen ein Teil vermietet wird und die in Wohnheimen erstellten Wohnungen vollständig sowie ein Groß- teil der durch Maßnahmen im Bestand erstellten Wohneinheiten den Mietwohnungen zuzurechnen sind. Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt derweil grundsätzlich hoch. Insbesondere der Zuzug der ver- gangenen Jahre in die Metropolen sorgte für stei- gende Mieten und Immobilienpreise. Allerdings fällt die Dynamik dieser Impulse schwächer aus als in den Boomjahren. So ist 2021 mit einem hohen, aber nicht mehr so stark anwachsenden Genehmigungs- volumen im Wohnungsbau von 380.000 Wohnein- heiten auszugehen. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,6 Prozent. Für die bestehendeWohnungsknappheit in etlichen wachsenden Großstädten und Ballungsräumen entscheidender ist jedoch die Situation des Bau- überhangs – also der Wohnungen, deren Bau zwar
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