gesamt
So legte 2018 das Produzierende Gewerbe (ohne Bau- gewerbe), das gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht,mit + 1,0 Prozent unterdurchschnittlich zu. Dieser imVergleich zu denVorjahren deutlich schwä- chere Zuwachs ist zum Teil Sondereffekten wie den Produktionsrückgängen in der deutschen Automo- bilindustrie aufgrund von technischen Problemen bei der Zertifizierung von Abgasemissionen und Kraft- stoffverbrauch geschuldet. Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, die im Jahr 2018 rund 10,6 Prozent der gesamten Brutto- wertschöpfung erzeugte, konnte ihre Bruttowert- schöpfung deutlich um 1,1 Prozent erhöhen. 2017 war sie sogar um 1,4 Prozent gewachsen. Traditio- nell liegt die Wachstumsrate der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft leicht unter demDurchschnitt. Dies unterstreicht die tendenziell geringere Kon- junkturabhängigkeit der Immobiliendienstleister. So hatte die Branche beispielsweise im Krisenjahr 2009 als einer der wenigenWirtschaftsbereiche ein positives Wachstum aufzuweisen. Nominal erzielte die Grundstücks- und Immobilienwirtschaft 2018 eine Bruttowertschöpfung von 325 Milliarden EUR. Höhenflug auf dem deutschen Arbeitsmarkt hielt 2018 an – Zuwanderung sank leicht Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte 2018 den höchsten Stand seit 1991. Rund 44,8 Millionen Er- werbstätige trugen zur Wirtschaftsleistung in Deutschland bei. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2018 rund 562.000 Personen mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Dieser Anstieg von 1,3 Prozent resultiert haupt- sächlich aus einer Zunahme der sozialversicherungs- pflichtigen Beschäftigung.Wie schon in den Vorjah- ren glichen eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland die altersbedingten demografischen Effekte aus. Im Euroraum hat sich der Aufschwung 2018 flä- chendeckend fortgesetzt. Erneut zeigten alle Länder der Gemeinschaftswährung ein deutlich positives Wirtschaftswachstum. Deutschland belegt mit einer Wachstumsrate von 1,5 Prozent den vorletzten Platz der Euroländer, vor Italien, dessen Produktion um 1,1 Prozent zulegte. Die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum insgesamt war mit 2,1 Prozent wieder dynamischer als in Deutschland. Die EU insgesamt expandierte mit der gleichen Wachstumsrate wie die Eurozone. Allerdings zeigte sich in etlichen Ländern der EU die Konjunktur 2018 schwächer als ein Jahr zuvor. Für das Jahr 2019 erwar- ten die Institute für die Eurozone im Durchschnitt eine weitere Dämpfung desWachstumstempos auf dann 1,7 Prozent. Trotz des Wachstums ging die Arbeitslosigkeit in einigen Euroländern (insbesondere in Italien und Frankreich) nur wenig zurück und dämpfte die kon- junkturelle Erholung. In Spanien ist die Arbeitslo- senquote dagegen seit dem Jahr 2013 um mehr als zehn Prozentpunkte gesunken, liegt aber immer noch über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2007. In Portugal könnte die Arbeitslosenquote 2018 sogar den niedrigsten Stand seit 16 Jahren erreichen. Mit rund 20 Prozent weist Griechenland nach wie vor die höchste Arbeitslosenquote in der Eurozone auf. 3 Grundstücks- und Wohnungswirtschaft verzeich- nete einen Zuwachs um 1,1 Prozent DieWirtschaftsleistung ist 2018 in nahezu allenWirt- schaftsbereichen in Deutschland gestiegen. Nur die Land- und Forstwirtschaft verzeichnete einen Rück- gang derWertschöpfung. Überdurchschnittlich stark entwickelten sich die Wirtschaftsbereiche Informa- tion und Kommunikation mit +3,7 Prozent und das Baugewerbe mit +3,6 Prozent. BeideWirtschaftsbe- reiche verzeichneten damit jeweils den höchsten Zuwachs der vergangenen vier Jahre. Der Bereich Handel,Verkehr, Gastgewerbe (+2,1 Prozent) steigerte seine preisbereinigte Bruttowertschöpfung ebenfalls überdurchschnittlich. Erstmals seit fünf Jahren lag dabei die konjunkturelle Dynamik im Produzieren- den Gewerbe unter der im Dienstleistungsbereich. 25 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 1. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland 2018/2019 DeutscheWirtschaft auch 2019 aufWachstumskurs Entgegen einiger Unkenrufe wird 2019 in Deutsch- land nicht das Jahr des wirtschaftlichen Abschwungs sein. Ein überraschender Rückgang der Wertschöp- fung im 3. Quartal 2018 imVergleich zumVorquartal hatte hier und da Befürchtungen eines einsetzen- den Abschwungs heraufbeschworen. Aber im Jahr 2019 werden weiterhin die hohe Wettbewerbsfä- higkeit deutscher Exporteure, der Arbeitsmarktboom und große Überschüsse in den öffentlichen Haus- halten zum Tragen kommen. Die robuste Binnen- nachfrage bleibt dabei aller Voraussicht nach, wie bereits in den vergangenen Jahren, der Motor des Wachstums. Die führendenWirtschaftsforschungs- institute 1 erwarten für 2019 imMittel ein BIP-Wachs- tum von 1,5 Prozent. DasWachstum hat damit zwar etwas an Schwung verloren, liegt aber dennoch über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von 1,2 Prozent, eine Rezession ist nicht in Sicht. Die konjunkturelle Lage in Deutschland stellt sich zum Jahreswechsel 2018/2019 also weiterhin gut dar. Seit nunmehr neun Jahren ist das Bruttoin- landsprodukt (BIP) kontinuierlich angewachsen. Dies ist die längste Aufschwungsphase seit der deut- schen Wiedervereinigung. Nach ersten Berechnun- gen des Statistischen Bundesamtes 2 legte das preis- bereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2018 um 1,5 Prozent zu. Die beiden vorangegangenen Jahre war das Bruttoinlandsprodukt noch um 2,2 Prozent gestiegen. Damit normalisiert sich dasWachstums- tempo der deutschen Wirtschaft nach Jahren der Expansion in etwa auf Höhe der Potenzialrate. Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft bleibt trotz erheblicher Risiken robust. Die Eigendynamik der Konjunktur ist intakt. Der Anstieg des privaten Konsums bleibt kräftig, gestützt auf stärker stei- gende verfügbare Einkommen der Beschäftigten sowie den weiter zunehmenden Beschäftigungs- aufbau. Auch die Investitionen setzen ihren Auf- wärtstrend fort. Unterstützung leisten hierbei die fortbestehende Niedrigzinspolitik der EZB und die steigenden Ausgaben des Staates. Die Risiken für die Entwicklung der deutschenWirt- schaft kommen vor allem von außen. Die von den USA ausgehenden Handelskonflikte, der drohende harte Brexit sowie das Haushaltsverhalten der ge- genwärtigen Regierungskoalition in Italien können zu einer rapiden Verschlechterung des außenwirt- schaftlichen Umfeldes führen. Hierdurch würden die deutschen Exporte belastet und in der Folge die In- vestitionsbereitschaft der Unternehmen geschmä- lert. Mittelfristig geriete damit auch die robuste Binnennachfrage in Mitleidenschaft. Der kräftige globale Aufschwung hat sich gegen Ende 2018 etwas abgeschwächt. 2018 expandierte die Weltwirtschaft nach vorläufigen Zahlen um 4,3 Prozent. Im Jahr 2019 wird sich die globale konjunk- turelle Dynamik im Durchschnitt der Erwartungen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland mit 3,6 Prozent abermals leicht ver- langsamen. Damit läge das jahresdurchschnittliche Wachstum derWeltwirtschaft aber noch leicht über dem langjährigen Durchschnitt von 3,5 Prozent seit dem Jahr 1980. Sowohl in den entwickelten Volkswirtschaften als auch in den Schwellenländern lässt das Tempo der Expansion etwas nach. Die derzeit großen politi- schen Unwägbarkeiten bergen Risiken für die Inves- titionen sowie den Konsum, und im Falle einer Eskalation des Handelsstreits mit den USA besteht auch die Gefahr einer weltwirtschaftlichen Rezes- sion. Die hohe Verschuldung des Unternehmens- sektors in China stellt zudemdie Finanzstabilität des Landes vor erhebliche Probleme, die durch den Zoll- streit mit den USA verschärft werden. Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 24 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 1) Die Einschätzungen des vorliegenden Lageberichtes fußen auf den Konjunktur- berichten folgender deutscher Wirt- schaftsforschungsinstitute und stellen ein Mittel der dort dargestellten Entwick- lungen dar: DIW (Deutsches Institut für Wirtschafts- forschung, Berlin) HWWI (Hamburgisches Welt-Wirtschafts- Institut) ifo (Institut für Wirtschaftsforschung, München IfW (Institut für Weltwirtschaft, Kiel) IMK (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler- Stiftung, Düsseldorf) IWH (Institut für Wirtschaftsforschung, Halle) RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Essen) In wechselnder Zusammensetzung sind diese Institute auch im Sachverständigen- rat zur Begutachtung der gesamtwirt schaftlichen Entwicklung vertreten. 2) Statistisches Bundesamt (2019): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Erste Jahresergebnisse. Fachserie 18/ Reihe 1.1., Wiesbaden 3) Statistisches Bundesamt (2019): Bruttoinlandsprodukt 2018 für Deutschland. Begleitmaterial zur Pressekonferenz. Wiesbaden
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