WWS Geschäftsbericht 2019

4. Finanzinstrumente Zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit aufgenom- mene langfristige Darlehen sind durch Grundpfand- rechte gesichert. Das Liquiditäts- und Zinsände- rungsrisiko wird im Zuge der Finanzplanung laufend überwacht. Besondere Finanzinstrumente und ins- besondere Sicherungsgeschäfte sind nicht einge- setzt worden. 5. Zweckerreichung Mit der Investitionstätigkeit imWohnungsbestand hat die WWS Herford der im Gesellschaftsvertrag festgelegten Zielsetzung „eine sichere und sozial verantwortliche Wohnungsversorgung der breiten Bevölkerungsschichten“ auch im Jahr 2019 entspro- chen. Die planmäßigen Investitionen der nächsten Jahre können als Nebeneffekt bei der Sicherung vieler Arbeitsplätze im heimischen Raum in Hand- werksbetrieben ebenso wie in mittelständischen Unternehmen ihren Beitrag leisten. Die planmäßigen Zielsetzungen der Gesellschafter für dieWWS Herford betreffen ökonomische, ökolo- gische und soziale Ziele. Die imWirtschaftsplan fest- gelegten Ziele für das Geschäftsjahr 2019 wurden erreicht. 39 6. Prognosebericht Seit Anfang 2020 hat sich das Coronavirus (Covid- 19) weltweit ausgebreitet. Auch in Deutschland hat die Pandemie in den letzten Wochen zu deutlichen Einschnitten sowohl im sozialen als auch imWirt- schaftsleben geführt. Und dies wird nach aktuellen Einschätzungen noch zunehmen. Von einer Eintrü- bung der gesamtwirtschaftlichen Lage ist daher auszugehen. Die Geschwindigkeit der Entwicklung macht es schwierig, die Auswirkung schon heute zu- verlässig einzuschätzen; es ist jedochmit Risiken für den zukünftigen Geschäftsverlauf des Unterneh- mens zu rechnen. Zu nennen sind Risiken aus der Verzögerung bei der Durchführung von Instandhal- tungs-, Modernisierungs- und Baumaßnahmen ver- bundenmit demRisiko von Kostensteigerungen und der Verzögerung von geplanten Einnahmen. Darü- ber hinaus ist mit einem erheblichen Anstieg der Mietausfälle zu rechnen. Für die nächsten Jahre ist die Steigerung der Attrak- tivität des gesamten Wohnungsangebotes das vor- dringliche Ziel derWWS Herford. Durch eine geringe Anzahl leerstehender Wohnungen, eine sinkende Fluktuation und Mietanpassungen soll die Ertrags- kraft der Gesellschaft weiter verbessert werden. Erforderliche Maßnahmen hierzu sind die konse- quente Umsetzung der in der Agenda HerfordWoh- nen festgeschriebenen Investitionsmaßnahmen. DieWWS Herford erwartet eine Fortsetzung der wirt- schaftlichen Entwicklung, die seit demGeschäftsjahr 2013 zu positiven Jahresergebnissen führt. Für das Geschäftsjahr 2020wird ein Jahresüberschuss in Höhe von 2.407 T € bzw. für das Geschäftsjahr 2021 ein Jahresüberschuss in Höhe von 2.524 T € erwartet. Die Ergebnisplanungen für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 beruhen auf der Annahme, dass die imGe- schäftsjahr 2019 erreichten Verbesserungen bei der Anzahl der vermieteten Wohnungen und der Stei- gerung der durchschnittlichen Miete fortgeschrie- ben werden können. Die Prognosen für das Jahr 2020 und das Jahr 2021 basieren auf den Wirtschaftsplanansätzen aus dem Jahr 2019. Durch die Coronavirus-Pandemie sind die- se Ergebnisprognosen mit hohen Risiken behaftet. Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 satz. Die von einem externen Dienstleister betriebe- nen Systemkomponenten sind für kritische Geschäfts- prozesse redundant ausgelegt. Mit Dienstleistern sind angemessene Servicelevel vereinbart. Techno- logische Trends werden laufend beobachtet und hin- sichtlich ihres möglichen Beitrags zur Prozess- und / oder Kostenoptimierung bewertet. Durch mobile Anwendungen und Digitalisierung (u.a. Mevivo) werden interne operative Geschäftsprozesse ver- schlankt. Darüber hinaus kommen digitale Service- Plattformen für unternehmensübergreifende Ge- schäftsprozesse mit Geschäftspartnern zum Einsatz (z.B. Handwerker- und Versicherungsportal). Im Ge- schäftsjahr 2019 wurde ein Digitalisierungsprojekt gestartet. Neben der Digitalisierung der Mieterak- ten soll auch der Vermietungsprozess und der Rech- nungseingangsprozess in den Folgejahren digitali- siert werden. Die Prozessumstellung ist mit Risiken im Bereich Datenschutz und Information behaftet. 3.4. Chancenbericht Chancen bestehen für dieWWS in der erfolgreichen Umsetzung der Agenda HerfordWohnen . Als großer Vermieter in der Stadt Herford kann die Gesellschaft ihre Marktstellung nutzen und durch die gezielten Investitionen ein attraktives „Produkt“ Wohnen an- bieten. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich dies in einer hohen Vermietungsquote, in einer geringeren Fluktuation und in höherenDurchschnitts- mieten niederschlagen wird. Die ersten Monate des Jahres 2020 bestätigen diese Annahmen. Ein begünstigender Faktor ist, dass die überregiona- len Anbieter mit größeren Immobilienbeständen in Herford geringere Investitionen in ihre Wohnungs- bestände tätigen. Mittelfristig wird sich das Quali- tätsgefälle zu den Wohnungen der WWS Herford weiter verstärken. Im frei finanzierten Wohnraum sind regelmäßige Mietspiegelanpassungen und Anpassungen an Marktmieten als wesentliche Wachstumstreiber zu betrachten. Im preisgebundenen Bestand werden in regelmäßigen Abständen Anpassungen der Kos- tenmieten durchgeführt. Da langfristig Mietpreis- bindungen in Teilen des öffentlich geförderten Be- stands auslaufen, ergeben sich langfristig deutliche Mietanpassungspotenziale. 38 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 3.3.4 Risikozone Rechtliche Risiken Nach demWWS Herford-Bewertungsschema han- delt es sich hier um nicht wesentliche Risiken. Allgemeine rechtliche Risiken sowie bei Materia- lisierung des Risikos sich ergebende Nachteile für die WWS Herford können insbesondere entstehen, wenn rechtliche Vorgaben nicht oder nicht ausrei- chend beachtet werden. Zudem können Risiken ent- stehen, wenn neue Gesetze oder Verordnungen erlassen oder bestehende geändert werden oder sich die Auslegung bestehender Gesetze oder Ver- ordnungen ändert. So können beispielsweise in Be- zug auf die technische Ausstattung der Gebäude oder die Gestaltung der Mietverträge Risiken für die Wohnimmobilien der WWS Herford entstehen. Als Beispiele können hier die Gesetzgebung zur soge- nannten Mietpreisbremse, die Trinkwasserverord- nung (Legionellen), die Umlegbarkeit bestimmter Betriebskosten (Kabelanschluss) oder die anstehen- de Reform der Grundsteuer angeführt werden. Die WWS Herford beobachtet diese Entwicklungen, um diese Risiken rechtzeitig zu erkennen. Sollten diese Risiken auftreten, mindert die WWS Herford deren Auswirkungen durch geeignete organisatorische Maßnahmen, wie beispielsweise die entsprechende Anpassung vonVerträgen oder die Planung vonMo- dernisierungsmaßnahmen. Soweit erforderlich, wer- den entsprechende Rückstellungen gebildet bzw. Wertberichtigungen vorgenommen. Die gesetzliche Begrenzung der Miethöhe (sog. Mietdeckel) oder die Reduzierung der modernisierungsbedingten Miet- erhöhungen belasten auch dieWWS Herford durch eine Begrenzung des Erlöspotentials. 3.3.5 Risikozone Informations- und Kommunikationsrisiken Nach demWWS Herford-Bewertungsschema han- delt es sich hier um nicht wesentliche Risiken. DieWWS Herford-Unternehmen nutzen SAP als Ge- schäftsanwendung. Für einzelne Geschäftsprozesse sind darüber hinaus Spezialanwendungen im Ein-

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