Entstehung und Historie der WWS Herford

Die Anfänge der WWS Herford reichen bis ins Jahr 1935 zurück. Zu diesem Zeitpunkt wurde die „Gesellschaft zur Förderung öffentlicher Interessen der Stadt Herford GmbH“ gegründet, diese Gesellschaft betrieb jedoch nur das Otto-Weddigen-Bad. Durch den Zustrom von Kriegsflüchtlingen und Aussiedlern und durch die Beschlagnahme von Wohnungen durch die britische Besatzungsmacht entstand nach dem Krieg eine große Wohnungsnot in Herford, so wurde am 29. Juni 1954 der Gesellschaftervertrag der Gesellschaft geändert, um Kleinwohnungen zu errichten.

Bereits 1962 wurde die 2.000. Wohnung fertiggestellt, zwischenzeitlich wurde der Name in Wohnbau Herford GmbH geändert. Nach einer erneuten Umfirmierung im Jahre 2004 in WWS – Wohn- und Wirtschafts- Service Herford umfasst der aktuelle Bestand mehr als 3.800 Wohnungen.

75 Jahre engagiert für Herford

Anfänge 1935 - Eine GmbH für das "Otto"

Im Jahr 1935 wurde die Vorgängerin der WWS Herford gegründet. Aufgabe der damaligen Gesellschaft zur Förderung öffentlicher Interessen der Stadt Herford GmbH war ausschließlich die Verwaltung des Otto-Weddigen-Bades. Am 23. Juni 1935 wurde das von den Herfordern liebevoll "Otto" genannte Bad eröffnet, das jahrzehntelang das einzige Freibad in Herford war. Seine besondere Attraktion:
der 10-Meter-Sprungturm.
Am 10. September 1994 wurde das nicht mehr sanierungsfähige Bad geschlossen. An der selben Stelle entstand das H2O, Herfords zweites Otto, das im Oktober 1997 seine Pforten öffnete.

50er - Der große Wiederaufbau

Wie in vielen anderen deutschen Städten war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch in Herford die Wohnungsnot groß. Mehr als 900 Wohnungen waren bei den Bombenangriffen vollständig zerstört oder schwer beschädigt worden; außerdem hatte die Stadt 5.300 Vertriebene sowie hunderte Evakuierte aus dem Ruhrgebiet aufgenommen. All dies führte dazu, dass 1949 in der Werrestadt 1.300 Haushalte mit 3.700 Menschen nur unzureichend untergebracht waren.
Um schnellstmöglich erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, wurde am 29. Juni 1954 der Gesellschaftervertrag der Gesellschaft zur Förderung öffentlicher Interessen der Stadt Herford geändert. Die neue Gesellschaft, die seit 1956 Wohnbau Herford hieß, begann unverzüglich mit dem Bau von Kleinwohnungen und hatte bereits 1957 ihre 1.000ste Wohnung fertig gestellt.

60er - Babyboom und Wirtschaftswunder

In den 1960er Jahren war die Lage auf dem Wohnungsmarkt nach wie vor angespannt. Es begann die Zeit des Babybooms: Allein im Jahr 1966 wurden in Herford 1133 Kinder geboren. Nach dem Wiederaufbau in den 1950er Jahren mussten jetzt familiengerechte Wohnungen für junge Eltern und ihren Nachwuchs geschaffen werden. 1962 stellte die Wohnbau Herford, deren Stammkapital inzwischen von anfangs 45.000 auf 6 Millionen DM erhöht worden war, ihre 2.000ste Wohnung fertig. 1969 begann sie mit der Errichtung ihres großen Wohngebietes im Norden der Stadt:An der Magdeburger und Halberstädter Straße sowie am Nagelskamp entstanden 1968 mehr als 400 Wohnungen.

70er - Die Neubautätigkeit nimmt ab

Die Wirtschaftswunderjahre zeigten Wirkung: Der Wohlstand der Menschen stieg – ebenso wie der Wunsch nach größeren Wohnungen. So verfügten die von der Wohnbau Herford in den 1970er Jahren erstellten Wohnungen über Wohnflächen von bis zu 90 Quadratmetern. Im Jahr 1973 übergab die Wohnbau ihre 3.000 Wohnung. Damit war der Bedarf weitestgehend gedeckt, so dass die Neubautätigkeit gegen Ende der 1970er Jahre stark zurückging. Bereits zu dieser Zeit rückten ältere Menschen in den Fokus der Wohnbau: Auf der Freiheit errichtete sie in zentraler Citylage ihre erste Seniorenwohnanlage mit 81 Wohnungen.

80er - Die Renaissance der Innenstadt

Während in den vergangenen Jahrzehnten neue Wohngebiete zumeist am Stadtrand Herfords entstanden waren, erlebte die City in den 1980er Jahren eine Renaissance. Um den zunehmendem Wunsch vieler Menschen nach urbanem Leben gerecht zu werden, realisierte auch die Wohnbau Herford in dieser Zeit etliche innerstädtische Neubauprojekte. Dazu konnte sie Flächen in zentraler Lage nutzen, die durch die Verlagerung von Gewerbebetrieben frei geworden waren. So errichtete sie zahlreiche Wohnungen an der Bergertorstraße, der Johannisstraße, der Renntormauer und der Wiesestraße

90er - Wohnraum für 4.200 Neubürger

>Mit der Öffnung der Grenzen im Osten änderte sich Anfang der 1990er Jahre die Situation auf dem Wohnungsmarkt schlagartig. Durch den Zuzug wuchs die Stadt Herford innerhalb weniger Jahre um rund 4.200 Einwohner. Die Wohnbau reagierte darauf mit einer regen Neubautätigkeit und errichtete im Verlauf dieses Jahrzehntes mehr als 230 Wohnungen. Schwerpunkte waren die Bereiche Schreinerstraße, Töpferweg, Schusterweg, Heiko-Plöger-Weg und Am Jönriet. Um die große Nachfrage nach Wohnraum erfüllen zu können, wurden zudem im Bestand zahlreiche Dachgeschosse ausgebaut

2000... - Investitionen in den Bestand

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts bewirtschaftet die Wohnbau, die seit 2004 den Namen WWS Wohn- und Wirtschafts- Service Herford trägt, mehr als 3.800 Wohnungen. In einem groß angelegten Programm begann sie 2009 mit der umfassenden Modernisierung ihres Bestandes, in den sie bis zum Jahr 2014 54 Millionen Euro investieren wird. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bemüht sich die WWS Herford, die Wohnungen barrierearm umzugestalten.
Für ältere Menschen errichtete sie zudem im Jahr 2000 an der Hermannstraße eine Seniorenwohnanlage, und 2009 wurde ihr erstes Nachbarschaftszentrum an der Lerchenstraße bezogen. 18 Mieterinnen und Mieter leben hier selbstbestimmt und dabei rund um die Uhr gut versorgt in der eigenen Wohnung.